Ich laufe aus

Von laura, 21. Oktober 2009 18:57

Mein Studium neigt sich dem Ende zu und mein Studiengang tut das ebenso: seit dem Wintersemester 2007/2008 ist eine Einschreibung in den Informatik Diplomstudiengang nicht mehr möglich, Prüfungen im Grundstudium können in diesem Semester zum letzten Mal abgelegt werden, für das Hauptstudium ist das zum Sommersemester 2013 der Fall.

Mir war natürlich schon zu Beginn meines Studiums bewusst, dass die Zeit der Diplom-Studiengänge tickt, auch wenn damals noch kein genauer Zeitplan bekannt war. Ich habe mich aber bewusst dafür entschieden und bereue es prinzipiell nicht.
Durch die Umstrukturierungen bei der Umstellung auf Bachelor/Master wurden natürlich auch diverse Vorlesungen und ihre Zielgruppen verändert. So kommt es nicht selten vor, dass man als Student im Diplom-Hauptstudium zusammen mit Bachelor-Studenten Veranstaltungen belegt. Dagegen ist auch grundsätzlich nichts einzuwenden, solange die Voraussetzungen stimmen und gegebenenfalls auch die Prüfungsbedingungen angepasst werden.

In diesem Semester sitze ich aber mal wieder, ähnlich wie im letzten, zusammen mit Bachelor-Studenten der angewandten Kognitions- und Medienwissenschaften aus dem 3. Semester in einer Vorlesung. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass in diesem Studiengang die Informatik nur ein Teilgebiet ist, d.h. ich sitze dort mit meinen mittlerweile 10 Semestern und mehr als 15 Informatik-Vorlesungen mit Studenten zusammen, die bisher zwei Informatik-Vorlesungen gehört haben.
Was das für die Inhalte der Vorlesung bedeutet, kann man sich ausmalen: Grundlagen über Grundlagen und das auf einem Niveau, dem ich auch im 1. Semester hätte folgen können.

Den Professoren scheint das allerdings auch ein Dorn im Auge zu sein. Im Vorgespräch einer mündlichen Prüfung durfte ich mir anhören, dass ich ja Informatik auf Diplom studiere und man daher höhere Ansprüche an mich stellen würde. Anders als die “frischen Bachelor-Studenten” sollte ich auch Hintergründe erläutern können, die in der Vorlesung nur kurz angeschnitten wurden. Dass das nicht sonderlich fair ist, diese ohne Vorlesungs-Grundlage abzuprüfen, muss ich wohl nicht weiter erläutern. Zum Glück habe ich die Prüfung damals einigermaßen unbeschadet überstanden. Viel mehr, als die Veranstaltungen durchzuziehen, bleibt mir allerdings auch nicht übrig.

Zählschwierigkeiten

Von laura, 17. Oktober 2009 11:35

Heute war ich im Baumarkt. Ich kaufte 8 identische Artikel, die sich lediglich durch ihre Farbe unterschieden.
Die Dame an der Kasse scannte den ersten, schaute mich dann fragend an: “Die sind doch alle gleich, oder?”.
Ich bestätigte ihr das, gab aber zu bedenken, dass sie vielleicht unterschiedliche Barcodes haben, um die Verkaufszahlen der einzelnen Farben festzuhalten.
Das quittierte sie mit einem Schulterzucken, hackte die “8″ in ihre Kasse und nannte mir den zu bezahlenden Betrag. Ich reichte ihr meine EC-Karte, doch sie schaute nur fragend auf die Ware auf dem Band. Erstaunt schaute ich sie an: “Stimmt was nicht?”.
“Doch, doch!” sagte sie zögerlich, “Ich frage mich nur, ob das wirklich acht sind!”. Irritiert bestätigte ich ihr, dass ich zumindest acht kaufen wollte und machte ihr ein Angebot: “Wir können ja gerne noch mal nachzählen!”.
Damit hatte  sie wohl nicht gerechnet, denn anstatt den Zählprozess einzuleiten, starrte sie mich erschrocken an. “Ansonsten kann ich Ihnen auch sagen, dass ich zwei von jeder Farbe habe und da es vier Farben sind, sind es dann acht Artikel.” half ihr ihr weiter. Erleichtert strahlte sie mich an: “Achso, ich dachte zwei mal vier wären sechs!”.

Ich hoffe jedenfalls, die Dame hatte nur einen schlechten Tag.

Einslive Radiokonzert Max Herre

Von laura, 2. Oktober 2009 00:21

Oder auch: “Auch noch nen Glas Champagner….? *hicks*”. Aber dazu später mehr.

Dank dem freundlichen Hinweis auf Twitter wurde ich auf ein Gewinnspiel der WAZ aufmerksam, in dem drei Mal zwei Karten für das Einslive Radiokonzert von Max Herre im Wuppertaler Rex-Theater verlost wurden. Guter deutscher Künstler, momentan viel Zeit auch mal was anderes zu sehen… warum also nicht mitmachen?
Und siehe da: vor etwa einer Woche erreichte mich dann die freundliche Mail, dass ich auf der Gästeliste stehe.

So machten wir uns dann heute abend nach kurzer Diskussion über Trink- und Fahrgewohnheiten auf dem Weg ins bergische Land.
Das Rex-Theater ist – wie der Name schon ahnen lässt – ein historisches  Theatergebäude, welches offensichtlich auch gerne für Konzerte genutzt wird. Das “historisch” konnte man auch wirklich wörtlich nehmen: während die alten Sitze im Theater noch einen gewissen Charme versprühten, wirkten die alten Sanitäranlagen, in denen man Rohre mit Gaffa-Tape provisorisch geflickt hatte, doch leicht überholt.

Aber wir waren ja dort, um Musik zu hören und so vertrieben wir uns die Zeit bis zum Auftritt um 21 Uhr mit ein paar Getränken und beobachteten die Gäste, die mehr und mehr die Plätze belegten. Alle hatten die Karten gewonnen: ein paar (so wie ich) mit einer harmlosen E-Mail, andere mit panischen Telefonanrufen (wie aus der Reihe hinter uns zu vernehmen war). Aus welchem Beweggrund man ein solches Konzert besuchen möchte, ist sicherlich sehr vielseitig. Ob sich auch jeder eine Karte gekauft hätte, sei mal dahingestellt – ich hätte es wohl auch nicht getan. Schade finde ich aber, wenn man sich so gar nicht für die Musik begeistern kann und auch interessiert, die man dort zu hören bekommt.
Das unterstelle ich zumindest drei [dieser Ausdruck wurde aufgrund der Jugendschutzbestimmungen zensiert], die vor uns saßen. Dort vergnügte man sich zunächst mit einer Flasche Schaumwein, schrieb SMS, machte pausenlos Fotos, die dann jeweils minutenlang betrachtet wurden, tuschelte aufgeregt, legte schubweise eine Art Ententanz hin, bei dem in einer billigen Disco sicherlich sofort 20 Interessenten auf der Matte gestanden hätten und stöhnte immer wieder, wenn sich die Massen aus den Sitzen erhoben, bis man letztendlich einfach sitzen blieb. Sicherlich ist es jedem überlassen, wie er ein solches Konzert erleben möchte, aber mit dem Eindruck, dass das überhaupt nicht bei den Damen der Fall war, war ich nicht alleine. Nicht nur wir waren zudem von dem ständig aufleuchtenden Handy- und Digitalkamera-Displays genervt. Aber was solls….

Max Herre hat den Saal gerockt. Der Großteil der gespielten Songs stammte vom neuen Album “Ein geschenkter Tag”, hinzu kamen der Freundeskreis-Klassiker “A-N-N-A” und Rio Reisers “Halt Dich an Deiner Liebe fest”, sowie ein Song von Herres erstem Album (“Max Herre”), was mir persönlich auch sehr gut gefiel, da ich den aktuell produzierten Deutschrock doch dem “alten” Rap vorziehe.
Sowohl Band als auch Herre hatten sichtlich Spaß am Auftritt, kommunizierten mit dem Publikum und präsentierten ihr umfangreiches Können.
Ein absolut lohnenswerter Abend!

Hier gibt es übrigens noch in der Zeit einen lesenswerten Artikel über Max Herre.

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