Leichtsinn

Von laura, 15. Dezember 2009 20:45

Seitdem ich vor mehr als einem Jahr über eine grüne Ampel fuhr und so ziemlich im gleichen Moment einen Linksabbieger sah, der mit recht hoher Geschwindigkeit von der Seite kam, habe ich schon öfters mal darüber nachgedacht, dass man auch als vernünftig und vorausschauend fahrender Autofahrer schnell einmal so richtig Pech haben kann. Auch wenn man (so oft es geht) die Dummheit der anderen Verkehrsteilnehmer einkalkuliert. Damals war es nur ein kleiner Kratzer, die gegnerische Versicherung hat problemlos gezahlt und die Sache war vergessen. Trotzdem war es eine Menge Aufwand: Kostenvoranschlag holen, Formulare ausfüllen, herumtelefonieren und das alles nur, weil ein Volldödel sich bzw. den Verkehr überschätzt.

Was ich aber heute etwa 5m hinter meiner Stoßstange gesehen habe, setzt dem Leichtsinn die Krone auf: ich stand auf einer drei-spurigen Straße, davon eine Spur eine Linksabbieger-Spur. Die Autos stauten sich auf den beiden Geradeaus-Spuren vor der roten Ampel. Gerade als weitere Fahrzeuge von hinten kamen, schießt ein Auto vom Gelände einer Tankstelle und knallt mit einem Affenzahn in ein Fahrzeug, das auf der Linksabbieger-Spur fährt. Und das nicht irgendwie knapp an die Stoßstange, sondern im 90-Grad Winkel in die Seite.
Offensichtlich wollte der Mann noch kurz vor den herannahenden Fahrzeugen  auf die Spur kommen – wie man sich dabei aber so verschätzen kann, ist mir unklar.
Ich bin nur froh, dass ich nicht ein paar Meter weiter hinten stand. Sonst hätte ich wohl auch noch eines der zusammengeschobenen Fahrzeuge im Kofferraum gehabt.

Abschied vom unbekannten Nachbarn

Von laura, 12. Dezember 2009 13:42

Merkwürdige Begegnungen hat man hier im Ruhrgebiet öfters mal. Das, was ich grade erlebt habe, würde ich aber schon in die Kategorie “bizarr” einordnen.

Ich war kurz einkaufen, parke auf der Straße, steige aus, öffne den Kofferraum, da höre ich plötzlich eine Stimme: “Hey, Sie!”. Durch meinen Kopf rauscht schon das übliche “Boah, ich kaufe nichts, habe keinen Fernseher, will keine kostenlosen Abos  und mein Auto auch nicht verkaufen, lass mich bloss in Ruhe”-Schema und der Herr, der mich da anspricht, legt auch entsprechend los: “Wohnen Sie hier?”.
Ich: “Das kommt darauf an, warum Sie das wissen wollen.”
Er: “Ja, es ist nur so, ich ziehe hier weg und ich habe Sie schon öfters hier gesehen. Ihr Auto parkt ja auch meist hier. Und ich wollte mich jetzt verabschieden!”.
Ich: “Jo, dann tschüss und guten Umzug!”.
Er: “Danke! Schöne Zeit hier noch!”.
Sprachs und verschwand in einem weißen Kleintransporter.

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