Gut und Böse

Von laura, 30. März 2010 11:56

Es wundert mich immer wieder, wie gerne doch insbesondere Fernsehsendungen in Gut und Böse unterteilt werden.
Es gibt Sendungen, bei denen man nicht einmal andeuten darf, sie zu sehen, ohne dass jemand das Wort “Niveau” ins Spiel bringt (Big Brother) und andere, die mit Quizfragen angeblich zur Bildung beitragen (“Wer wird Millionär?” und Konsorten). Ein objektives Messinstrument dafür gibt es leider nicht und so kann ich auch nur sagen, dass ich an so manchen Schubladen doch starke Zweifel habe.

Ähnlich auch das Thema DSDS vs. USFO: da wurde Herr Bohlen zum bösen Kommerzler abgestempelt, Herr Raab war dagegen der Heilsbringer, der Deutschland ganz uneigennützig zum Grandprix-Sieg führen sollte. Wenn man während der Sendung ein wenig bei Twitter mitlas, konnte man regelmässig Nachrichten mit dem Tenor “das sind noch echte Sänger”, “dagegen sind die DSDS One-Hit-Wonder nichts!” lesen. Soweit so gut. Lustig wird es allerdings bei Kommentaren wie “endlich vernünftige Titel”, “nicht so ein DSDS-Gedudel” u.ä.
Die Komponisten des Finaltitels “Sattelite”, den beide Kandidatinnen, also auch Lena Meyer-Landrut, sangen, sind John Gordon und Julie Frost.  Herr Gordon hat unter anderem schon Titel für Mike Leon Grosch geschrieben, der bekanntlich in der dritten DSDS-Staffel Zweiter wurde. Ähnlich auch der Titel “I Care for You”, den Jennifer Braun im Finale von “Unser Star für Oslo” sang: Martin Fliegenschmidt schrieb schon für Thomas Godoj (Gewinner der fünften DSDS-Staffel), Claudio Pagonis war u.a. für Daniel Schumacher (Gewinner der 6. DSDS-Staffel) tätig.

Das ist übrigens auch hier aufgefallen.

Zollverhandlungen

Von laura, 25. März 2010 17:47

Heute war ich mal wieder beim Zoll, um ein Paket abzuholen. Ich bin da mittlerweile recht routiniert: Rechnung ausdrucken, beim Zollamt vorlegen, Paket öffnen, kurz den Inhalt zeigen, den Zollbeamten eine Rechnung schreiben lassen (wenn es denn nötig ist), zahlen, gehen, fertig.
So schwierig ist das eigentlich auch nicht, insbesondere da auf den Benachrichtigungszetteln des Zollamtes angegeben ist, dass man eine Rechnung mitbringen soll und mittlerweile sogar PayPal-Belege dort erwähnt sind.

Schon bei meinem letzten Besuch dort war ein Herr in Verhandlung mit den Zollbeamten: angeblich hatte sein Kumpel ihm das Mobiltelefon geschickt. Auf Nachfrage wo denn dieser Kumpel wohnen würde, kam nur Gestammel, das in keinster Weise mit den Daten übereinstimmte und mit seichten Beleidigungen nach dem Motto “Ey wenn du keine guten Kumpel hast dann ist das nicht mein Problem, meiner schenkt mir Handy…” geschmückt war. Ein nettes Schauspiel, während ich darauf wartete dass mein Paket bearbeitet wurde.

Heute war wieder so ein komplizierter Fall dort: eine offensichtlich türkische Familie, die ebenso ein Handy in HongKong bestellt hatten und dieses nun ohne Beleg abholen wollten. Mutter und Vater bestätigten einstimmig den Betrag von 42 EUR, hatten allerdings auch keine Rechnung dabei: “Woher sollen wir wissen?”. Tja, dummerweise steht das auf genau dem Zettel, auf dem auch die Adresse des Zollamtes zu finden ist. Zudem war man sichtlich geschockt, dass man noch einmal zahlen muss: “Aber wir haben schon!”. Nach einigem Gelaber (oder auch: “Steuern? Was das?”) wurde schließlich der etwa 10-jährige Sohn aus dem Auto hereingeholt, der sich auf dem Zollamt-Rechner bei PayPal einloggen sollte, um die Rechnung zu präsentieren. Das klappte nicht, man war sichtlich verzweifelt und die Mutter fing schon an irgendwelche dramatisch klingenden Verse zu murmeln. Aber der Zoll-Mann hatte die nächste Lösung parat: “Warum loggen Sie sich nicht einfach bei eBay ein? Ginge das nicht?”. Bingo, Kauf-Daten gefunden, alle (fast) glücklich.

Nachdem ich dann Einfuhrumsatzsteuer und Zoll freundlich lächelnd bezahlt hatte (so bin ich…), ging ich zu meinem Auto und dachte noch darüber nach, dass das niemals ein Job für mich wäre: einerseits ist es natürlich spannend, was die Leute sich da so alles schicken lassen, andererseits sicherlich auch enorm nervtötend, wenn man jeden Tag zehn Mal erklären muss, warum man auch bei Sendungen aus dem Ausland Steuern zahlen muss und außerdem die entsprechende Prozeduren erklären muss.
Was dann die Herren besprachen, die auf dem Parkplatz neben mir parkten, war dann der Knaller schlechthin. Ich zitiere nur mal, was ich dort mitgehört habe und deute gar nicht weiter: “Ich hab ihm gesagt wir geben 50, das muss doch passen. Das wollte er aber nicht. Dann hab ich gesagt 100, wollte er auch nicht, geht nur mit Rechnung. Dann hab ich gesagt ich schreib Rechnung und dann ist gut. Da meint der voll das geht auch nicht weil er kennt alle Preise. Sollen wir jetzt 150 sagen?”.

Panorama Theme by Themocracy