Danke Eurobahn

Von laura, 9. Juli 2010 14:53

Von den Horrorgeschichten, die man immer wieder über die Bahn hört, bin ich glücklicherweise bislang weitgehend verschont worden. Abgesehen von kleineren Verspätungen konnte ich wenig negatives berichten. “Konnte”, weil ich heute den absoluten nervtötenden Nervtrip von Gelsenkirchen nach Duisburg erlebt habe.

Der Zug der eurobahn hielt erstaunlich lange in Essen-Altenessen. Die ersten fingen schon an zu meckern und schließlich wurde dann auch klar, dass es wohl ein Problem mit der Tür gab. Nach ca. 10 Minuten erbarmte sich auch tatsächlich mal ein eurobahn-Angestellter, sich das mit eigenen Augen anzusehen.
Weitere 20 Minuten, in denen es keinerlei Informationen gab und nachfragende Fahrgäste weggeschickt wurden, gab es dann endlich die Information: “Wir haben einen schwerwiegenden Schaden an der Tür und können nicht weiterfahren, bitte steigen Sie alle aus und nutzen Sie einen der nachfolgenden Züge.”.
Soweit so gut, immerhin eine Information. Dummerweise stand aber der liegengebliebene Zug auf dem einzigen Gleis in Richtung Oberhausen/Duisburg und so machte ich mich auf den Weg zur U-Bahn-Station, um zum Essener Hauptbahnhof zu fahren und von dort dann weiter nach Duisburg zu reisen. Genau in diesem Moment kam aber die Durchsage, dass in wenigen Minuten eine S-Bahn in Richtung Duisburg eintreffen würde. So blieb ich also auf dem Gleis stehen.
Die S-Bahn traf auch ein, allerdings fuhr sie auf einem zweiten Gleis durch und hielt nicht am Bahnsteig (was sie logischerweise auch gar nicht konnte, da dort immer noch der defekte Zug stand). Ich war schon kurz davor, irgendwo meine Aggressionen auszulassen, da kam eine erneute Durchsage: “Der liegengebliebene Zug verlässt gleich den Bahnhof, Sie können mit dem nachfolgenden Zug in Richtung Oberhausen weiterfahren.”. Immerhin etwas, denn dann wäre ich um 11.50 Uhr in Duisburg gewesen und hätte es gerade noch so zu meinem Termin um 12 Uhr geschafft.
Etwas skeptisch wurde ich allerdings, als sich der defekte Zug weiterhin nicht bewegte und die Minuten vergingen. Und siehe da: “Liebe Fahrgäste auf Gleis 2. Es werden vorerst keine Züge mit der Fahrtrichtung Duisburg/Düsseldorf auf diesem Gleis halten. Bitte nutzen Sie einen Zug in Fahrtrichtung Gelsenkirchen und steigen dann dort wieder in die Gegenrichtung um!”.

Die Moral von der Geschichte: ich war schließlich um 12.15 Uhr in Duisburg, ca. 1,5 Stunden später als geplant.
Wenn man nicht die Fahrgäste mit hirnrissigen Fehlinformationen hingehalten hätte, hätte man auch locker um 11.10 Uhr in Duisburg sein können, was sicherlich insbesondere für die Leute, die auf dem Weg zum Flughafen Düsseldorf waren, nicht unbedeutend gewesen wäre.

Panorama Theme by Themocracy