Einslive Radiokonzert Max Herre
Oder auch: “Auch noch nen Glas Champagner….? *hicks*”. Aber dazu später mehr.
Dank dem freundlichen Hinweis auf Twitter wurde ich auf ein Gewinnspiel der WAZ aufmerksam, in dem drei Mal zwei Karten für das Einslive Radiokonzert von Max Herre im Wuppertaler Rex-Theater verlost wurden. Guter deutscher Künstler, momentan viel Zeit auch mal was anderes zu sehen… warum also nicht mitmachen?
Und siehe da: vor etwa einer Woche erreichte mich dann die freundliche Mail, dass ich auf der Gästeliste stehe.
So machten wir uns dann heute abend nach kurzer Diskussion über Trink- und Fahrgewohnheiten auf dem Weg ins bergische Land.
Das Rex-Theater ist – wie der Name schon ahnen lässt – ein historisches Theatergebäude, welches offensichtlich auch gerne für Konzerte genutzt wird. Das “historisch” konnte man auch wirklich wörtlich nehmen: während die alten Sitze im Theater noch einen gewissen Charme versprühten, wirkten die alten Sanitäranlagen, in denen man Rohre mit Gaffa-Tape provisorisch geflickt hatte, doch leicht überholt.
Aber wir waren ja dort, um Musik zu hören und so vertrieben wir uns die Zeit bis zum Auftritt um 21 Uhr mit ein paar Getränken und beobachteten die Gäste, die mehr und mehr die Plätze belegten. Alle hatten die Karten gewonnen: ein paar (so wie ich) mit einer harmlosen E-Mail, andere mit panischen Telefonanrufen (wie aus der Reihe hinter uns zu vernehmen war). Aus welchem Beweggrund man ein solches Konzert besuchen möchte, ist sicherlich sehr vielseitig. Ob sich auch jeder eine Karte gekauft hätte, sei mal dahingestellt – ich hätte es wohl auch nicht getan. Schade finde ich aber, wenn man sich so gar nicht für die Musik begeistern kann und auch interessiert, die man dort zu hören bekommt.
Das unterstelle ich zumindest drei [dieser Ausdruck wurde aufgrund der Jugendschutzbestimmungen zensiert], die vor uns saßen. Dort vergnügte man sich zunächst mit einer Flasche Schaumwein, schrieb SMS, machte pausenlos Fotos, die dann jeweils minutenlang betrachtet wurden, tuschelte aufgeregt, legte schubweise eine Art Ententanz hin, bei dem in einer billigen Disco sicherlich sofort 20 Interessenten auf der Matte gestanden hätten und stöhnte immer wieder, wenn sich die Massen aus den Sitzen erhoben, bis man letztendlich einfach sitzen blieb. Sicherlich ist es jedem überlassen, wie er ein solches Konzert erleben möchte, aber mit dem Eindruck, dass das überhaupt nicht bei den Damen der Fall war, war ich nicht alleine. Nicht nur wir waren zudem von dem ständig aufleuchtenden Handy- und Digitalkamera-Displays genervt. Aber was solls….
Max Herre hat den Saal gerockt. Der Großteil der gespielten Songs stammte vom neuen Album “Ein geschenkter Tag”, hinzu kamen der Freundeskreis-Klassiker “A-N-N-A” und Rio Reisers “Halt Dich an Deiner Liebe fest”, sowie ein Song von Herres erstem Album (“Max Herre”), was mir persönlich auch sehr gut gefiel, da ich den aktuell produzierten Deutschrock doch dem “alten” Rap vorziehe.
Sowohl Band als auch Herre hatten sichtlich Spaß am Auftritt, kommunizierten mit dem Publikum und präsentierten ihr umfangreiches Können.
Ein absolut lohnenswerter Abend!
Hier gibt es übrigens noch in der Zeit einen lesenswerten Artikel über Max Herre.